Die Jugendgruppe des DARC OV Rheinhausen L2Ø

Seit der Gründung des Ortsverbandes im Jahre 1954 gab es schon immer Jugendliche im Verein. Aber erst in den siebziger Jahren wurde einen offizielle Jugendgruppe mit eigenen Wahlen und mit eigenem Vorstand gegründet.
In den frühen sechziger Jahren bekam der Ortsverband für seine Ausbildung einen kleinen Raum im "Haus der Jugend". Dieser war nur etwa 2,50 mal 5 Meter "groß". Auf dem Flachdach des Hauses wurde eine 5-Band-Ground-Plane Antenne für Kurzwelle installiert und der Raum als "Clubstation des OVs" ausgebaut. Es kamen alte Armeegeräte aus dem Zweiten Weltkrieg zum Einsatz.
Dieser Zustand konnte aber auf Dauer nicht befriedigen, da man mit der Zeit gehen wollte.
Der Ortsverband hatte zu dieser Zeit etwa 25 Jugendliche. Dieses hatte den damaligen Jugendpfleger so begeistert, dass er von der Stadt Rheinhausen einige hundert Mark locker machen konnte. So war es möglich, ein zu dieser Zeit neu auf dem Markt erschienenes Kurzwellengerät der amerikanischen Firma Heahtkit "Modell HW100" und eine Senderendstufe als Bausatzgerät zu bestellen. Nach mehrwöchiger Bauzeit waren die Geräte einsatzbereit. Da der 12,5 Quadratmeter umfassende Raum nicht sehr groß war, ging es immer sehr beengt zu. Ausbildungsabende mussten immer wieder in die Räume des Hauses verlegt werden, die gerade frei waren. Das war jeden Tag ein anderer.
In den frühen siebziger Jahren formierte sich eine eigenständige Jugendgruppe gemäß der Satzung des DARC, mit eigenem Vorstand und eigener Kasse. Sie nannte sich nun: "Jugendgruppe des DARC-Ortsverbandes Rheinhausen". Im Herbst 1973 stellte diese einen Antrag zur Aufnahme in den Stadtjugendring als "förderungswürdige Jugendgemeinschaft". Im Dezember 1974 fand die offizielle Aufnahme statt. Seitdem gilt die Jugendgruppe nach dem Jugendwohlfahrtsgesetz als förderungsberechtigt. Das hieß, dass sie aus öffentlichen Mitteln Geldzuwendungen für die Jugendarbeit im Verein bekam. Die Höhe der Geldmittel war und ist von der Anzahl der Jugendlichen in Alter zwischen 14 und 21 Jahren abhängig.
Die Jugendgruppe verwaltete die Geldmittel eigenverantwortlich, sie musste dem Ortsverband darüber keine Rechenschaft ablegen, sondern nur gegenüber der Stadt, die die Geldmittel beisteuerte. An diesem Prinzip hat sich bis heute nichts geändert.

Zu dieser Zeit traf man sich in im Dachgeschoss des Friemersheimer Jugendheims Windmühle. Da das Gebäude unter Denkmalschutz stand, durften keine Antennen angebracht werden. Somit konnte hier weder Funkbetrieb noch praktische Ausbildung durchgeführt werden.
Noch immer auf Raumsuche, wurde vom Jugendamt in Aussicht gestellt, im dem zu dieser Zeit nicht genutzten Sportgeräteraum des Jugend-Forums eine neue Bleibe zu finden. Dies konnte aber nicht verwirklicht werden, da der Raum dann doch für einzulagernde Sportgeräte verwendet wurde.

Nach der kommunalen Neuordnung 1975 wurde die Stadt Rheinhausen aufgelöst und in den Stadtverbund der kreisfreien Stadt Duisburg eingegliedert. Auch alle Rheinhauser Jugendgruppen, die vorher schon im Stadtjugendring Rheinhausen waren, wurden nun direkt in den "Stadtjugendring Duisburg" ohne besondere Formalitäten aufgenommen.

Im Jugendheim Stünning, dem "Haus der Jugend", bekamen die Jugendlichen dann doch einen eigenen großen Raum, der nicht mit anderen Vereinen geteilt werden musste. Auf dem Flachdach wurde noch zusätzlich einene UKW-Antenne aufgestellt und verankert . Nachdem Tische und Stühle organisiert worden waren, wurden Geräte und Antennen für KW und 2m aufgebaut und betrieben.
Nach einigen Jahren war der Raum wieder zu klein für die etwa 15 Aktiven. Der Heimleiter besorgt daraufhin auf der gleichen Etage eine andere, größere Bleibe. Diese wurde gleich als Schulungs- und als Bastelraum ausgebaut. Der Raum wurde mit festmontierten Tischen und Regalen versehen, das reichte für fünf "Funkerplätze". An jedem Platz waren sowohl 220V als auch 12Volt aus der zentralen Stromversorgung vorhanden. Die Antennen konnten wahlweise auf jeden Platz geschaltet werden. Es wurden Morseübungsabende und auch Lehrgänge abgehalten. Die Treffen fanden montags und freitags abends von ca. 18 bis 21 Uhr statt. Die Jugendgruppe nahm in dieser Zeit aktiv an UKW-Contestpokal-Wettbewerben und an Fielddays teil.
Da die städtischen Räume eigentlich nur von der Jugendgruppe genutzt werden durften, fand der monatliche OV-Abend immer noch in einer Gaststätte statt. Zudem musste alle 3-4 Jahre die Lokalität gewechselt werden, da die Wirte immer wieder die Räume anderweitig vergeben hatten, oder die Gaststätte den Mitgliedern nicht mehr zusagte. Man sehnt sich nach eigenen Räumen, wo auch die Clubabende abgehalten werden könnten. Außerdem wäre dann alles unter einem Dach. Und man hätte eine Clubstation, die 24 Stunden zugänglich wäre. Das Jugendheim schloss nämlich um 21Uhr und war auch am Wochenende nicht zugänglich. Zudem machte es auf die Stadt und den Jugendring keinen guten Eindruck, wenn sich der Verein zur monatlichen Versammlung mit seinen Jugendlichen immer noch in einer Kneipe treffen musste.

Als im alten Mädchengymnasium an der Schwarzenberger Straße Räume für Vereine angeboten wurden, nahm der OVV die Gelegenheit wahr und wurde bei der Stadt vorstellig. Tatsächlich bekam der OV im Jahr 1986 eine Zusage für ein großes Klassenzimmer in der zweiten Etage, dazu die Erlaubnis große Antennen auf dem Dach aufzubauen. Nachdem ein Nutzungsvertrag mit der Stadt abgeschlossen war, begannen die Aus-und Umbauarbeiten.

Jetzt stellte sich ein neues Problem ein. Die Jugendgruppe traf sich noch immer in "ihren" Räumen im Jugendheim, der Rest des OV im neuen Clubheim. Nach einiger Zeit entschloss sich die Jugendgruppe, das "Haus der Jugend" nach über 20 Jahren zu verlassen und zog komplett in die neu geschaffenen Clubräume um. Anfangs trafen sich die Jugendlichen noch montags und freitags, die "Alten", auch "Oldtimer" genannt, am Donnerstagabend.
Der neue Raum, ein ehemaliges Klassenzimmer, wurde mittels einer hölzernen Zwischenwand in einen Versammlungs- und einen Funkraum aufgeteilt. Es fehlte aber immer noch ein eigener Raum für die Jugendgruppe. Neben unserem "Klassenzimmer" gab es noch einen sogenannten Schulmittelraum, in der Größe etwa ein Drittel des Klassenzimmers. Der hatte sogar eine Verbindungstüre zu unserem Raum. Nach einigen Gesprächen mit der Stadt bekamen wir den Zuschlag gegen andere Mitbewerber. Dieser Raum wurde der Jugendgruppe übergeben, die ihn auch gerne "in Beschlag" nahm und zum Basteln herrichtete. Ein großzügiger OM aus dem Verein spendete aus seiner aufgelösten Werkstatt mehrere Arbeitstische, Stromversorgungen und ein Oszillograph zur Ausstattung des Raumes. Dazu kamen noch ein NF-Generator und ein Meßsender aus Industriebeständen, sodass jetzt sogar Funkgerätereparaturen in den Clubräumen möglich waren.
Da die Jugendlichen auch immer älter wurden, schrumpfte die Gruppe auf etwa 10 Mitglieder. Daher traf man sich jetzt nur noch einmal in der Woche. Anfangs noch Freitag abends, später dann zusammen mit den anderen Clubmitgliedern auch am Donnerstagabend. Das ist bis heute mit großem Erfolg beibehalten worden.

Zwischenzeitlich ist das Jugendlichenalter von den Kommunen, um der "Ausdünnung" der Jugendgruppen entgegenzuwirken, auf 27 Jahre heraufgesetzt worden. Jetzt gehören noch "27-jährige Jugendliche", die zum Teil schon eigene Kinder haben, zur Jugendgruppe. Dadurch wird die offizielle Mitgliederzahl hochgehalten, da es heute immer schwieriger wird, unser Hobby jungen Leuten nahezubringen.

(wird fortgesetzt) DL9EBA

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